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GründungsfigurCentral to Samaritan Torah traditionTraditionally Egypt/Canaan

Moses (as claimed founder)

? - Present

Moses nimmt einen zentralen Platz im Selbstverständnis der Samaritaner als Gesetzgeber und Urheber der bundesschließenden Torah ein, die die Gemeinschaft bewahrt. In der samaritanischen Liturgie und Tradition ist Moses die primäre prophetische Figur: Er empfängt das göttliche Gesetz, unterweist das Volk und bezeichnet den Berg Garizim als den richtigen Heiligtum im samaritanischen Verständnis der Torah. Samaritaner lesen den Pentateuch fromm als den direkten Bericht über Moses' Unterweisung und betrachten ihren rituellen Kalender, die Opferregeln und die rechtlichen Normen als aus der mosaischen Gesetzgebung abgeleitet.

Aus der Perspektive der Religionswissenschaft ist Moses eine gemeinsame Figur in israelitischen und breiteren abrahamitischen Glaubensrichtungen; Samaritaner stellen ihn in genau der Weise ins Zentrum ihrer Tradition, wie auch andere aus dem Israelitischen abgeleitete Religionen ihn beanspruchen, jedoch mit eigenen Akzenten. Während das rabbinische Judentum anschließend einen breiten Korpus interpretativer Literatur (die Propheten, Schriften und rabbinische halachische Tradition) entwickelte, behält die samaritanische Theologie den mosaischen Korpus als das kanonische Zentrum. Folglich ist Moses nicht nur ein historischer oder legendärer Gründer im Gedächtnis der Samaritaner, sondern auch die lebendige Quelle rechtlicher Autorität. Rituelle Handlungen, liturgische Rezitationen und das hermeneutische Raster, das das samaritanische Leben prägt, lassen sich auf Moses und die ihm im samaritanischen Pentateuch zugeschriebenen Gesetze zurückführen.

Wissenschaftler betrachten die Figur des Moses hauptsächlich als einen primären Akteur in Texttraditionen und in der Untersuchung des antiken israelitischen Gedächtnisses. Historisierende Fragen – ob eine einzelne historische Person der Figur namens Moses entspricht oder über die Entwicklung mosaischer Traditionen in verschiedenen Gemeinschaften – sind Gegenstand wissenschaftlicher Debatten und werden getrennt von dem samaritanischen frommen Anspruch behandelt. Für Samaritaner jedoch mindern solche akademischen Unterscheidungen nicht die autoritative Rolle Moses': Er ist gleichzeitig ein grundlegender Gesetzgeber und eine fortdauernde Präsenz in Liturgie und gemeinschaftlichem Selbstverständnis.

Die Präsenz Moses' im samaritanischen Ritual ist konkret: Rezitationen von Gesetzen, Pilgerpraktiken und rituelle Zeitpunkte werden als Umsetzungen mosaischer Anweisungen verstanden. Die Lesungen des samaritanischen Pentateuchs, die den Berg Garizim als den auserwählten Ort der Anbetung betonen, werden von den Gläubigen Moses' eigenen Bezeichnungen zugeschrieben. So fungiert Moses für Samaritaner sowohl als archetypischer Gründer als auch als lebendige rechtliche Autorität, deren Text und Geist die tägliche und festliche Praxis organisieren.

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