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African & Diaspora

Candomblé

Candomblé ist eine afro-brasilianische religiöse Tradition, die die Präsenz west- und zentralafrikanischer Gottheiten — der Orixás, Voduns und Nkisis — im sozialen und politischen Leben Brasiliens registriert. Diese Religion wird ebenso durch rituelle Besessenheit und Gesang geprägt wie durch den Kampf ums Überleben unter Sklaverei, Repression und modernen säkularisierenden Druck.

1801 - PresentAmericas19th century CE

Quick Facts

Period
1801 - Present
Region
Americas
Key Figures
Mãe Menininha do Gantois (Maria Escolástica da Conceição Nazaré), Mãe Stella de Oxóssi (Maria Stella de Azevedo Santos), Pierre Verger (Pierre Fatumbi Verger) +1 more

Key Figures

The Story

This narrative combines documented history with dramatized scenes for storytelling purposes.

Timeline

Bildung urbaner Terreiros in Bahia und Rio

**1800s** — Im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts entwickelten sich rituelle Haushalte und terreiros in Salvador (Bahia), Rio de Janeiro und Recife, während afrikanisch abgeleitete religiöse Praktizierende das gemeinschaftliche Ritualleben in Hafenstädten organisierten; Historiker betrachten dieses Jahrhundert als die formative Phase für die institutionellen Strukturen des Candomblé.

Abschaffung der Sklaverei in Brasilien (Lei Áurea)

**13 May 1888** — Das Lei Áurea beendete rechtlich die Sklaverei in Brasilien; Wissenschaftler weisen darauf hin, dass die Emanzipation die sozialen Bedingungen für das afro-brasilianische religiöse Leben veränderte, was die öffentliche Sichtbarkeit und Institutionalisierung von terreiros in städtischen Kontexten beeinflusste.

Tia Ciatas Versammlungen auf der Praça Onze

**Late 19th–early 20th century** — Tia Ciata veranstaltete Zusammenkünfte auf der Praça Onze in Rio de Janeiro, die Candomblé-Hospitalität und Musik kombinierten; Historiker bringen diese Zusammenkünfte mit dem frühen öffentlichen Leben des Samba und den sozialen Netzwerken von Ritualspezialisten in Verbindung.

Polizeirepression und Razzien auf Terreiros

**Early 20th century** — Die Kommunalpolizei in Städten wie Salvador und Rio führte wiederholt Razzien in Terreiros durch und berief sich dabei auf öffentliche Ordnungsgesetze; archivierte Polizeiberichte dokumentieren Episoden der Repression, die die Strategien der Terreiros in Bezug auf Geheimhaltung und öffentliche Tarnung beeinflussten.

Öffentliche Prominenz von Ilê Axé Gantois unter Mãe Menininha

**Mid 20th century** — Im zwanzigsten Jahrhundert erlangte Ilê Axé Gantois in Salvador nationale Sichtbarkeit unter der Führung von Mãe Menininha, was eine Strategie des öffentlichen Engagements veranschaulicht, die die spätere Anerkennung von Candomblé beeinflusste.

Ruth Landes veröffentlicht Die Stadt der Frauen (Ethnografie in Bahia)

**1947** — Die Anthropologin Ruth Landes veröffentlichte eine klassische Ethnografie, die Candomblé und die soziale Macht von Fraueninitiierten in Salvador dokumentiert; ihr Werk hat sowohl für die Wissenschaft als auch für das öffentliche Verständnis der afro-brasilianischen Religiosität Einfluss gehabt.

Die umfangreiche Dokumentation und Initiation von Pierre Verger

**1950s–1960s** — Der Fotograf und Ethnograf Pierre Verger führte umfangreiche fotografische und oralhistorische Dokumentationen von terreiros durch und erhielt später die Initiation, wodurch er ein Archiv schuf, das von Wissenschaftlern und Gemeinschaften weiterhin genutzt wird.

Die brasilianische Verfassung garantiert die Religionsfreiheit.

**1988** — Die Verfassung von 1988 verankerte die Religionsfreiheit, eine rechtliche Änderung, die den Terreiros eine stärkere Grundlage bot, um gegen Polizeirepression vorzugehen und Ansprüche auf rituellen Raum und Praxis geltend zu machen.

Anerkennung des Erbes und Auflistungen des kulturellen Erbes

**Late 20th century** — Seit dem späten zwanzigsten Jahrhundert begannen einige Gemeinden und Kulturerbeorganisationen, Terreiros und afro-brasilianische Feste als Kulturerbe anzuerkennen, was sowohl Schutzmaßnahmen als auch bürokratische Verpflichtungen für religiöse Gemeinschaften zur Folge hatte.

Transnationalisierung und Diaspora-Terreiros

**2000s** — Brasilianische Priester und Priesterinnen reisten zunehmend ins Ausland, und diasporische Gemeinschaften gründeten Terreiros in Europa und Nordamerika, wobei sie Rituale an neue rechtliche und soziale Kontexte anpassten und transnationale Netzwerke bildeten.

Festa de Iemanjá (Küstenopfer für die Meeresmutter)

**Annual (2 February, Festa de Iemanjá)** — Das Festa de Iemanjá, das am 2. Februar in vielen Küstengemeinden gefeiert wird, kombiniert Opfergaben an die Meeresgöttin Iemanjá mit öffentlichen Prozessionen und hat sich zu einem bedeutenden sichtbaren Ausdruck der von Candomblé inspirierten Hingabe entwickelt.

Zeitgenössische Debatten über Kommerzialisierung, Erbe und Religionsfreiheit

**Early 21st century** — In den frühen 2000er Jahren und darüber hinaus navigieren Terreiros durch Debatten über Touristenaufführungen, den Schutz des Erbes und Konfrontationen mit evangelikalen Gruppen, was die fortlaufenden Verhandlungen über den öffentlichen Platz des Candomblé widerspiegelt.

Sources

  • academic_book
    The African Religions of Brazil: Toward a Sociology of the Interpenetration of Civilizations

    Roger Bastide's classic study; foundational mid-20th-century sociological and comparative work on Afro-Brazilian religions.

  • academic_book
    The City of Women

    Ruth Landes, 1947 ethnography of Bahian women and Candomblé; documented practices and social roles in Salvador.

  • academic_book
    Black Atlantic Religion: Tradition, Transnationalism, and Matriarchal Power

    J. Lorand Matory, 2005; comparative and theoretical treatment of Afro-Atlantic religious traditions including Brazilian Candomblé.

  • primary_archive
    Notebooks, Photographs, and Ethnographic Writings

    Pierre Verger's documentary archive and publications documenting terreiros and West African connections.

  • academic_book
    O Negro no Folclore Brasileiro

    Edison Carneiro and related Brazilian scholarship on Afro-Brazilian cultural traditions and folklore.

  • reference_entry
    Encyclopaedia Britannica — entry on Candomblé

    Concise, reputable reference overview of Candomblé's history and practices.

  • academic_journal
    Selected articles in the Journal of Latin American and Caribbean Anthropology and Latin American Research Review

    Peer-reviewed articles documenting ethnographic studies of terreiros, heritage policy, and legal cases involving Afro-Brazilian religions.

  • academic_book
    Religiões Afro-Brasileiras: Ensaios sobre Candomblé, Umbanda e Matriz Africana

    Collections of Brazilian scholarship addressing internal diversity and contemporary issues in Afro-Brazilian religions (e.g., works by Reginaldo Prandi and other Brazilian anthropologists).

  • primary_document
    Writings and Interviews by Mãe Stella de Oxóssi

    Published reflections and interviews by a prominent twentieth-century ialorixá discussing ritual practice and public pedagogy.

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